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Vortrag in der Villa ten Hompel

Berlin, Münster – und zurück:
Vom Stadtbaurat im Dritten Reich zum Sozialbauarchitekten

Ein Vortrag von Dr. Philipp Erdmann, Stefan Rethfeld;
anschließend Gespräch mit Peter Alexander Poelzig

Nur fünf Jahre nach Schirmeyer wurde das Amt des Stadtbaurates 1938 dem jungen Architekten Peter Poelzig übertragen. Als Sohn des berühmten Architekten Hans Poelzig (1869–1936) verbrachte er seine Kindheit und Jugend zunächst in Breslau, Dresden und Berlin. Kontakte des Vaters führten zu ersten Gestaltaufgaben bei Film und Bühne. Erst später holte er das Abitur nach, um Architektur in Berlin und Stuttgart zu studieren. Ab 1934 wechselte er von Berlin nach Münster, um als Bauleiter bei der Luftwaffe die Flugplätze Münster-Loddenheide und Handorf auszuführen. Die Politik des Dritten Reiches verlangte ab 1939 den Ausbau Münsters zur Gauhauptstadt, die Poelzig begleitete. Auch entstanden unter seiner Leitung Kasernen, Wohn- siedlungen und Hochbunker – und ab 1941 Pläne zum Wiederauf- bau. Nach seiner Entlassung im Juli 1945 wechselte er über Duisburg (dort tätig für die Kupferhütte) nach Berlin, wo er ab 1954 an der Technischen Universität Berlin eine Professur für Krankenhausbau übernahm. Mit seinem Büro realisierte er zahlreiche Sozial- und Siedlungsbauten. Das Büro wurde nach seinem Tod durch seinen Sohn Peter Alexander Poelzig (*1943) fortgeführt.